Eine optimale Luftqualität ist in modernen Gebäuden unerlässlich. Das gilt ebenso für Industrieanlagen und sensible Umgebungen. Das Herzstück einer leistungsstarken Raumlufttechnischen Anlage (RLT-Anlage) sind dabei immer die Filter. Besonders der Kompaktfilter hat sich hier als echter Branchenstandard etabliert. Dieses Bauteil wird oft auch Kassettenfilter genannt. In diesem Beitrag erfährst du deshalb alles über die Filterklassen M6 bis F9. Ausserdem zeigen wir dir, wie diese Modelle funktionieren. Schliesslich klären wir, warum sie die ideale Wahl für eine effiziente Luftfiltration sind.

Aufbau: Was genau ist ein Kompaktfilter?
Ein Kompaktfilter ist ein absoluter Hochleistungsfilter. Er wurde speziell für den Einsatz in RLT-Anlagen und Gasturbinen entwickelt. Dabei zeichnet er sich durch seine namensgebende, kompakte Bauform aus. Das Filtermedium besteht meist aus hochwertigen Glasfaser-Papieren oder Synthetik-Papieren. Dieses Material wird zunächst in Falten gelegt (plissiert). Anschliessend wird es V-förmig in einem stabilen Rahmen aus Kunststoff oder Metall vergossen. Durch diese Anordnung bieten die Filter folglich eine enorm grosse Filterfläche auf kleinstem Raum. Man nennt dies oft auch V-Zellen-Design.
Die Filterklassen M6 bis F9 im Überblick
Die Bezeichnungen M6 bis F9 stammen ursprünglich aus der alten Norm EN 779. Dennoch sind sie in der Praxis nach wie vor extrem präsent. Heutzutage werden sie jedoch durch die weltweit gültige Norm ISO 16890 abgelöst. Diese neue Norm arbeitet demnach mit Einteilungen wie ePM10, ePM2,5 und ePM1.
Hier ist eine detaillierte Übersicht über die Leistung der einzelnen Klassen:
- M6 (Mediumfilter): Diese Filter fangen mittelgrosse Partikel ab. Sie dienen daher oft als Vorfilter für noch feinere Stufen. Ebenso nutzt man sie als Hauptfilter in Anlagen mit geringeren Anforderungen. (Dies entspricht in etwa ISO ePM10).
- F7 (Feinstaubfilter): Dies ist der absolute Standard in der allgemeinen Klimatechnik. F7-Filter scheiden nämlich zuverlässig Pollen, Sporen und feinen Staub ab. Deshalb sind sie die erste Wahl für Büros und öffentliche Gebäude. (Entspricht in etwa ISO ePM2,5 / ePM1 >50%).
- F8 (Feinstaubfilter): Diese Modelle bieten eine noch höhere Abscheideleistung als F7. Folglich werden sie dort eingesetzt, wo die Luftqualität besonders wichtig ist. Dazu gehören etwa Krankenhäuser oder die Lebensmittelproduktion.
- F9 (Feinstaubfilter): Hierbei handelt es sich um die höchste Klasse vor den Schwebstofffiltern (HEPA). Ein F9-Kompaktfilter filtert extrem feine Partikel aus der Luft. Dazu zählen Bakterien, Tabakrauch und feinste Russpartikel. Folglich kommen sie in Laboren und sterilen Umgebungen zum Einsatz. (Entspricht in etwa ISO ePM1 >80%).
Die 4 grössten Vorteile der Kompaktfilter
Du planst eine neue Anlage? Oder möchtest du alte Taschenfilter ersetzen? Dann profitierst du mit dieser Bauform sofort von folgenden Vorteilen:
1. Geringer Druckverlust und hohe Energieeffizienz
Dank der grossen Filterfläche kann die Luft leichter durch das Medium strömen. Dadurch bleibt der Luftwiderstand über einen langen Zeitraum sehr niedrig. Das bedeutet wiederum, dass die Ventilatoren der RLT-Anlage weniger arbeiten müssen. Infolgedessen sinken die Energiekosten massiv.
2. Maximale Staubspeicherkapazität
Die plissierte Struktur fängt grosse Mengen an Staub auf. Dabei verstopft sie jedoch nicht schnell. Dies führt somit zu deutlich längeren Standzeiten. Du profitierst also von längeren Wartungsintervallen im Vergleich zu herkömmlichen Alternativen.
3. Extrem platzsparendes Design
Trotz ihrer enormen Filterfläche haben Kompaktfilter eine geringe Einbautiefe. Diese beträgt meist nur knapp 300 mm. Zudem sind sie extrem starr und robust. Folglich wird das Flattern des Filtermediums komplett eliminiert. Dies ist nämlich ein typisches Problem bei einfachen Taschenfiltern.
4. Feuchtigkeitsbeständig und absolut robust
Modelle mit Kunststoffrahmen sind zu 100 % korrosionsfrei. Ausserdem sind sie voll veraschbar. Darüber hinaus sind sie oft beständig gegen hohe Luftfeuchtigkeit. Das macht sie deshalb ideal für anspruchsvolle klimatische Bedingungen.
Typische Einsatzgebiete in der Praxis
Aufgrund seiner hohen Leistungsfähigkeit ist ein Kompaktfilter extrem vielseitig einsetzbar. Typische Bereiche sind unter anderem:
Gasturbinen und Kompressoren: Sie schützen die empfindlichen Turbinenschaufeln. Dadurch wird eine fatale Erosion durch Partikel effektiv verhindert.
Bürogebäude und Geschäftsgebäude: Sie sorgen für ein gesundes Raumklima. Zudem schützen sie die Mitarbeiter vor Feinstaub und Pollen. Hierbei kommt meist F7 zum Einsatz.
Industrie und Produktion: Sie schützen empfindliche Maschinen vor Verunreinigungen. Das gilt ebenso für die hergestellten Endprodukte.
Krankenhäuser und Labore: Hier dienen sie meist als Vorfilter für Reinräume und OP-Säle. Dafür nutzt man in der Regel F8 oder F9.
Rechenzentren: Sie verhindern zuverlässig, dass Staub die teuren Serverkühlsysteme blockiert.
